Alltag

Schnorz - Schrotz - Schrüggg
Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach

Schnorz

 

Was wagst mich du, dich anzuahnen?

Hin mit dir.

Lass ab.

Lass mich dich gezwickt sein.

Lass mich deine Sterne abwelken.

Lass deine Laster über mich kommen.

Und aus mir heraus.

Lass mich.

Ich beiße hinein.

Du lachst.

Wir sind gut miteinander.

Wir sind aufeinander.

Wir sind fluchtlos.

Leih mir 20 Euro und ich kauf uns die ganze Schlacht.

Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach

Schrotz

 

Du warst vorher da?

Kotz dich raus.

Du willst nicht kämpfen?

Stell dich ab.

Ich sehe, wie du meine Kraft spürst.

Ich schweige darüber
Nicht.

Mein Schweigen ist Schwert für dich.

Hoffentlich.

Mein Nicht-Schweigen ist Schwert für dich.

Hoffentlich.

Hör auf. Hör zu.

Hör, wie die Worte aus mir fahren, wie ich sie in eine Tasse kippe und trinke. Alles meins.

Hau doch ab.

Heb dich raus. Hab dich weg. Gib Informationen. Lösch dich!

Hör weg, wenn du kannst.

Immer höre ich dich zurück.

Immer hörst mich du hinterher.

Schnorz-Schirach
Schnorz-Schirach

Schrüggg

 

Ich traf da neulich so eine Schildkröte und die war tot.

In so einem Erdloch, hölletiefes Erdloch.

Und aus deren Rücken wuchs so eine bunte Pflanze.

Und die habe ich dann rausgerissen.

Und dann verschimmelte diese Schildkröte und wurde zu einer Pfütze.

Hat dich das jetzt genug angeregt?

Den Rest kannst du dir ja selber denken.

Aufhocker-Dämon

Der Aufhocker-Dämon lauert.

Er ist hier und dort.

In unserem Haus kennt er sich aus.

Ich schmeiß ihn gegen die Wand und er lacht.

Er wartet.

Er springt.

Er ist der mit der Unkraft. Anti-OP.

Das Gegenteil von overpowered.

Der Schwächling drückt mich nieder.

Will er was von meiner Stärke abtauschen?

Hau ab.

Mach mit.

Und dann ist er weg.

Schade, du Arsch.

Vom Bleiben und vom Gehen

Wenn die Kindheit eine Adresse wäre,
dann würde auf der Anschrift „Zuhause“ stehen.
Hier werden die Kinder groß.
Eines Tages ziehen sie aus.
Zimmer, Wände und Haken werden leer.
Die letzte Wäsche wird gewaschen und weggeräumt.
Das ist gut.
Es ist anders.
Am Tisch wird Platz frei.
Vielleicht gibt es keine traurigen Tränen.
Viel.
Leicht.
Schwer zu sagen, wie es sich für die Familie anfühlt,
wenn ein Teil von ihr geht.
Aber die Kindheit hat keinen Ort und keine Adresse.
Sie ist kein umbauter Raum,
der abgerissen wird. Sie ist auch keine Wohnung,
aus der die Mieter rausgeschmissen werden.
Die Kindheit ist für Erwachsene wie für Kinder von Dauer.
Sie geht vorüber und bleibt.

 

Mein Vater ist ein Mensch

Früher fehlte er mir, wenn er nicht da war.
An Sonntagen las er im Bett Asterix und Obelix vor.
Er war der einzige in der Familie, der Rührei bekam.
Rührei ist heilig.
Ich habe Erinnerungen an ihn.
Er hat Erinnerungen an mich.
Wir haben beide Erwartungen.
Er will niemals von mir ein Foto zugeschickt bekommen,
auf welchem von oben lustig ein Ast hineinragt.
Ich wünsche mir,
dass er unsere Bilder mag.
Heute erinnere ich mich daran,
dass er nie geschimpft hat.Und er erinnert sich an Gespräche über das Nichts. Dieses Rührei kenne ich. Es ist mein Vater und es ist ein Mensch.

 

Das werde ich dir büßen!

Im Garten der Kindheit gibt es nur dich und mich.
Die Stadt wurde weggesprengt von einem Meteoriten.

Ein Riese hat die Menschen aus den Trümmern gerissen
und ins All geschleudert.

Du bringst mir einen Hasen mit.
Weil wir Tiere mögen.
Ganze Wildschweine werden von uns verschlungen.
Wir sind beide stark.

Im Garten der Kindheit ist es total gerecht.

Wenn du dich an keine Regeln hältst,
dann halte ich mich auch an keine.

Im Garten der Kindheit gibt es nur dich und mich.

Komm.
Bleib.
Hau rein.

 

Julian-Lou

Ich glaube, wir kennen uns nicht.
Einige Male im Jahr treffen wir uns,
spazieren durch die Stadt und machen Fotos. So vergeht die Zeit.

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